Was ist ein Restnutzungsdauer-Gutachten?

Das Restnutzungsdauer-Gutachten (RND-Gutachten) ist ein Sachverständigengutachten, das die tatsächliche verbleibende wirtschaftliche Nutzungsdauer eines Gebäudes ermittelt. Liegt diese unter der pauschalen gesetzlichen Nutzungsdauer (50 Jahre für Baujahre ab 1925), kann eine höhere jährliche Abschreibung geltend gemacht werden.

Rechtliche Grundlage: § 7 Absatz 4 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) – Der Steuerpflichtige kann eine kürzere tatsächliche Nutzungsdauer nachweisen und diese für die AfA-Berechnung zugrunde legen.

Wie hoch sind die Steuervorteile?

Statt der pauschalen 2 % (50 Jahre) können bei einer Restnutzungsdauer von z.B. 25 Jahren 4 % pro Jahr angesetzt werden – das verdoppelt die jährliche Abschreibung. Bei einem Gebäudewert von 280.000 € bedeutet das 2.800 € mehr Abschreibung pro Jahr, was bei 35% Steuersatz zu 980 € Steuerersparnis führt.

Schritte zum Gutachten

1

Unterlagen zusammenstellen

Kaufvertrag, Grundbuchauszug, Fotos, Grundriss

2

Gutachter beauftragen

DIN 17024-zertifizierten SV aus unserer Datenbank wählen

3

Besichtigung (optional)

Empfohlen für komplexe Objekte und ältere Gebäude

4

Gutachten einreichen

Mit Steuererklärung beim Finanzamt einreichen

Detaillierter Ablauf →   Benötigte Unterlagen